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Neues Leben in alter Schule

Nachricht, veröffentlicht von Doreen Handke am 14.03.2017

In den Schmalkalder Ortsteil Asbach ist mit Unterstützung der LEADER-Aktionsgruppe Henneberger Land wieder Leben eingezogen.

„Auf diesen Tag haben die Einwohner schon lange gewartet“, sagt Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski. 2005 wurde der Kindergarten geschlossen, 2009 die Grundschule. Der Nachwuchs von Asbach fuhr seither täglich in die Stadt. „Die Kinder gehören aber doch ins Dorf“, lautete immer wieder die Forderung von Eltern und auch anderen Einwohnern. Eine Elterninitiative hatte es sich auf die Fahnen geschrieben, das alte Grundschulgebäude wieder zu beleben und eine Schule in freier Trägerschaft zu gründen.
„Das waren die ersten Ideen, da war an einen Kindergarten noch nicht zu denken“, meint Kaminski. Doch dann reifte das Vorhaben, die Stadt kam mit ins Boot und übernahm das Objekt. „Schon frühzeitig kam die Regionale LEADER-Aktionsgruppe Henneberger Land ins Spiel. Hier trafen wir sofort mit unserem Vorhaben auf offene Ohren“, blickt Kaminski zurück. Eng wurde hier mit dem Meininger Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung zusammen gearbeitet. Und so reifte ein Gesamtpaket, das nun als Vorzeigebeispiel gilt. Die alte Grundschule in Asbach wurde zum KIBIZE-Stadt-Land-Kinder-Bildungszentrum inhaltlich und auch baulich entwickelt.

Anfang Januar 2017 hat die Kindertagesstätte, die bis zu 60 Mädchen und Jungen Platz bietet, die Räume bezogen. Im Februar zog die Weidenschule, an der bis zu 80 Kinder lernen können, ein. Sie setzt auf Montessori- und Naturpädagogik.
Das alte Schulgebäude, das etliche Jahre leer stand, ist somit wieder belebt und fachlich gut saniert. Kinder im Alter von eins bis zehn Jahren sind nun wieder unter einem Dach, das einen Altbau mit Fachwerk und einen Anbau aus den 1980er Jahren beherbergt. „Die Umsetzung dieser großen Maßnahme schafft nun auch wieder Identifikation mit dem Dorf“, erklärt das Stadtoberhaupt Thomas Kaminski. Funktionsräume wie Speisesaal, Küche oder Bibliothek werden gemeinsam genutzt. Nur mit diesen Synergieeffekten funktionierte das Ganze. Die Einrichtung ist weitgehend barrierefrei, ein Aufzug wurde angebaut. Auch die Dorfgemeinschaft kann das Objekt künftig nutzen. Alle Generationen sind also fortan hier zu Hause.

Der Gebäudekomplex ist grundlegend saniert und umgebaut worden. Insgesamt wurden rund 2,5 Millionen Euro investiert. Viele Partner arbeiteten hier mit der Stadt Hand in Hand. Durch das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen als Bewilligungsbehörde wurden über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) 500.000 Euro ausgereicht. Doch auch Mittel aus dem Städtebauprogramm konnten greifen. Hier wurden rund 750.000 Euro bereitgestellt. Rund 201 000 Euro kamen vom Thüringer Bildungsministerium. Der Behindertenbeauftragte
des Landes Thüringen unterstützte das Vorhaben mit 12.000 Euro. Für LEADER-RAG-Vorsitzenden Johannes Schmidt ist die Förderung gut angelegtes Geld. „Hut ab vor dem, was hier geleistet wurde“, sagt er. Bürgermeister Thomas Kaminski habe hier mit seinem Team viel Leidenschaft und Willen an den Tag gelegt, um wieder Leben ins Dorf zu bringen. Und den ländlichen Raum zu stärken – das sei genau das Anliegen von LEADER. Deshalb hatte die RAG das KIBIZE-Stadt-Land-Kinder-Bildungszentrum auch in der neuen Förderperiode zum Startprojekt gemacht.

Quelle: Pressemitteilung der RAG LEADER "Henneberger Land" e.V.

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