Aus Kuhstall wird grünes Klassenzimmer dank LEADER

Nachricht, veröffentlicht von Doreen Handke am 13.10.2017

„Mit dieser Herberge im ehemaligen Kuhstall können künftig auch mehrtägige Bildungsveranstaltungen für Schulklassen auf dem ‚Lernort Bauernhof‘ durchgeführt werden“, sagte Staatssekretär Dr. Klaus Sühl heute in Göllnitz. Gemeinsam mit Landrätin Michaele Sojka und Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf eröffnete er die Herberge für Bildung und Tourismus auf dem Rittergut Schwanditz im Landkreis Altenburger Land.

Laubengang des denkmalgeschützten Kuhstalls auf dem Rittergut Schwanditz, Quelle: RAG Altenburger Land e.V.
Laubengang des denkmalgeschützten Kuhstalls auf dem Rittergut Schwanditz, Quelle: RAG Altenburger Land e.V.

„Die Aufnahme in die LEADER-Förderung konnte nur erfolgen, weil die Vertreter der ganzen Region in der Aktionsgruppe Altenburger Land von dem Projekt überzeugt wurden“, so der Agrarstaatssekretär weiter. „Mit solchen innovativen Ideen wird eine höhere regionale Wertschöpfung im ländlichen Raum gelingen und Arbeitsplätze geschaffen. Dies wiederum kann die Entwicklung der gesamten Region voranbringen.“
Die Sanierung und der Umbau des ehemaligen Kuhstalls zu einer Herberge wurde über die Richtlinie der Integrierten Entwicklung, Teil LEADER, mit knapp 174.000 Euro gefördert. Die Gesamtkosten des Bauvorhabens lagen bei rund 420.000 Euro. LEADER soll es den Menschen vor Ort ermöglichen ihren Lebensraum mitzugestalten. Finanziert wird LEADER aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie Mitteln des Freistaates Thüringen. In Thüringen gibt es 15 LEADER-Regionen, die den gesamten ländlichen Raum abdecken. In jeder Region gibt es eine Regionale Aktionsgruppe (RAG), in der Akteure aus Vereinen und Verbänden, Unternehmen und Landwirtschaft, Politik und Bürgerschaft gemeinsam über die Verwendung der Fördermittel entscheiden.
Das Rittergut Schwanditz ist ein Vierseitenhof der 1140 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der denkmalgeschützte Kuhstall aus dem 18. Jahrhundert verfügt mit 23 Bögen über den längsten Laubengang Ostthüringens. Der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Junghannß bewirtschaftet 240 Hektar Ackerfläche, 13 ha Wiesen und 1,5 ha Teichwirtschaft. Die Produkte werden auch im eigenen Hofladen vermarktet. Das Rittergut ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft „Ferien auf dem Lande“ und bietet drei Ferienwohnungen an. Seit 2008 besteht das Angebot für Kindergruppen und Schulklassen auf dem Bauernhof, im „grünen Klassenzimmer“ die Landwirtschaft hautnah zu erleben. Mit der jetzt eröffneten Herberge mit 28 Betten in vier Schlafräumen besteht nun die Möglichkeit für mehrtägige Veranstaltungen.

Quelle: Pressemitteilung des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft